07.03.14

Manga•Peteback: I am a Hero


Unglaublich! Hier ist die erste Manga Review!


Originaltitel: I am a Hero / アイアムアヒーロー (Aiamuahīrō) 
Deutscher Titel: I am a Hero
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2009 - fortlaufend
Seitenzahl: 200-250
Autor: Kengo Hanazawa
Deutscher Verleger: Carlsen Verlag GmbH
Übersetzerin: Nadja Stutterheim
Preis: 7.95€

Kurz gesagt: "I am a Hero" ist ein Manga von Kengo Hanazawa, welcher dem Horror- bzw. dem Psychothriller-Genre zuzuordnen wird. Der Manga erschien 2009 zum ersten mal in im Magazin "Big Comic Spirit" beim "Shogakukan"-Verlag. Der Manga richtet sich direkt an eine männliche Leserschaft von 17 Jahren aufwärts und ist daher ein Seinen-Manga. Die Story dreht sich um den jungen Hideo Suzuki, welcher in Tokyo lebt. Er ist ein erfolgloser Mangaka und arbeitet daher für einen anderen Autor um sich über Wasser zu halten. Sein bisher schon deprimierendes Leben wird komplett umgekrempelt, als ein seltsamer Virus in Tokyo ausbricht.




Die Geschichte von "I am a Hero" dreht sich um Hideo Suzuki. Er ist ein erfolgloser Manga-Autor, welcher zwar schon Werke veröffentlicht hat, diese es aber nicht zu großen Ruhm gebracht haben. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich als Assistent in einem kleinen Studio eines erfolgreicheren Autors. Er führt außerdem eine stagnierende Beziehung mit seiner Freundin Tekko. Hideo scheint auch mental nicht ganz auf der Höhe zu sein, denn er redet gerne mit einem kleinen Männchen namens Yajima. Auch hat er Halluzinationen von Gesichtern und Körpern unter seinem Bett und allgemein an dunklen Orten. Sein eigenes Apartment betritt er auch nur sehr vorsichtig, wenn er abends nach Hause kommt. Licht einschalten hat oberste Priorität. Außerdem sieht er sich selber als Held eines Manga, wobei die Realität genau das gegenteilige Bild zeichnet. Eines Tages, als Hideo wieder spät nach Hause kommt, erlebt er einen Autounfall mit. Ein Fußgänger wurde von einem Taxi angefahren und stirbt noch am Unfallort an den Verletzungen, bevor Hilfe eintreffen kann. Dennoch bewegt sich die Leiche und trotz schweren Verletzungen und einem anscheinenden Genickbuch steht der Körper auf und wankt davon. Hideo kann seinen Augen nicht trauen, da er schon längst die Fähigkeit verloren hat zu unterscheiden, was nun Realität ist und was er halluziniert. Er schiebt und auf den Stress und die letzten durchgearbeiteten Nächte für sein neues Manga-Skript. Weitere seltsame Ereignisse geschehen in nächster Zeit. Fehlende Mitarbeiter im Studio, merkwürdige Berichte im Radio und Leute die sich seltsam abwesend und krank verhalten. Hideo wird mit der knallharten Realität konfrontiert, als er eines morgens seine Freundin besuchen will und diese sich in ein zombie-artiges Wesen verwandelt hat und ihn angreift.




Es gab mal eine Zeit, da habe ich wie ein Bekloppter Mangas gesammelt und natürlich auch gelesen. Angefangen hat alles mit "Dragonball", was wohl für viele ein Einstieg in diese Art der Comics war. Dann kam "One Piece", "Detective Conan", "Naruto" und so das, was man heute als "Mainstream" bezeichnen würde. Es waren halt die ersten Mangas die aufkamen. Meine Favoriten wie Trigun, Kenshin und King of Bandit Jing kamen erst viel später dazu. Hilfreich war da auch das monatlich erscheinende Magazin "BANZAI!" wo mehrere Mangas fortgeführt wurden, ähnlich dem "Shōnen Jump"-Magazin in Japan.

Irgendwann habe ich dann überhaupt keine Mangas mehr gelesen. Anime habe ich natürlich weiter geschaut, was für mich interessanter war. Warum den "Neon Genesis Evangelion"-Manga weitersammeln, wenn ich schon die komplette Anime Serie im Regal stehen habe (Unterschiede zwischen Manga und Anime mal vorbehalten). Seit dem letzten Jahr bin ich wieder ein wenig in das Hobby reingerutscht, vermutlich aus nostalgischen Gründen. Ich habe mit "Fullmetal Alchemist" Mangas beschafft, damit fing es dann wieder an. Dann folgte "Deadman Wonderland" und seit neusten auch "Blood Lad" und "I am a Hero".

Seid ich zum ersten mal einen Manga von Junji Itō gelesen habe, bin ich ein großer Fan von Horror-Mangas. Leider sind hier zu Lande nicht sehr viele Mangas aus dem Genre veröffentlicht worden und wenn, dann waren sie nicht nach meinem Geschmack, oder waren nicht gut. Einer der besten ist da wohl "I am a Hero", wo ich schon mal die erste Ausgabe auf Englisch gelesen habe. Wenn man es mal herunterbricht, dann ist die Geschichte des Manga von Kengo Hanazawa eigentlich ziemlich banal. Es wird nämlich der Zombie-Hype unterstützt. An sich eine sichere Sache, denn Zombies gehen immer gut, sind aber doch schon langsam ziemlich abgedroschen, wenn sie nicht richtig in Szene gesetzt werden. Dazu noch die Geschichte mit einem etwas sonderlichen Außenseiter - man kennt es doch alles schon zur Genüge. Was macht also "I am a Hero" so besonders? Was lässt diesen Manga herausstechen? Ein besonderes Augenmerk wird schon von Anfang an auf den Protagonisten Hideo gelegt. Man sieht, wie er vorsichtig sein Apartment betritt, einen Fuß hineinsetzen und den Arm soweit strecken, bis er den Lichtschalter erreichen kann. Der Eingang wird erhellt. Ein kleines Tänzchen um die Angst zu vertreiben und ein schneller Handgriff zum nächsten Lichtschalter und die Einzimmerwohnung wird erhellt. Noch schnell das Bad checken, dass sich niemand darin versteckt. Ein prüfender Blick nach draußen auf den Balkon. Alles sicher - Zeit für's Abendessen. Allein diese paar Handlungen in wenigen Panels sagen schon einiges über den Hauptcharakter aus. Es bedarf keiner Worte. Man weiß, dass er nicht viel Geld hat. Man kann sehen das er auf jeden Fall eine Art Nerd sein muss. Dann das eigenwillige Tänzchen im Vorraum. Hideo hat Angst vor der Dunkelheit, oder besser vor dem, was sich in der Dunkelheit aufhalten könnte. Dabei ist seine Wohnung doch mit mehreren Schlössern und einer Alarmanlage gesichert. Ganz suspekt wird er dem Leser als ein kleines Männchen auftaucht, mit dem sich Hideo angeregt über Frauen unterhält. Außerdem hat er einen geheimen Wandschrank, in dem er ein Gewehr zum Tontaubenschießen aufbewahrt. Ein seltsamer Typ.

Man wird auf eine subtile Art und Weise an den Charakter herangeführt, lernt sein Leben kennen, die Menschen mit denen er interagiert und vor allem seine Gedanken und die Schrullen die er jeden Tag abfährt. Von Einbildungen über Halluzinationen, bis hin zu imaginären Gesprächen mit Leuten die er nicht mag. Dabei ist die angesprochene Themenvielfalt herausstechend. Seien es Gespräche über Nachrichtensprecherinnen und Frauen im Allgmeinen. Interessanter sind dabei die Gespräche über das Phänomen "Manga" an sich, was teilweise schon in philosophische abdriftet. Dabei wird sowohl die theoretische Seite bedacht, wie man sich Manga vorstellt, wie sie sein sollten, was sie für einen Zweck haben sollten. Später wird man dann mit der Realität gefüttert, wenn Hideo einem Verlag sein neustes Storyboard vorlegt.

Schon bald geschieht dann auch das, worauf der geneigte Leser des Horror-Genres von Anfang an wartet. Der erste Kontakt mit den Zombies. Allerdings sollte man mit dem Begriff "Zombie" als schwammige Bezeichnung umgehen. Das was einem als Zombie vorgestellt wird, deckt sich nicht mit dem stereotypen Bild, welches einem durch Filme und Serien vermittelt wird. Es handelt sich zwar durchaus um Untote, allerdings bewegen sie sich auf sehr eigenwillige Art und Weise. Wer schon einmal den Film "Splinter" gesehen hat, der kann sich ein gutes Bild davon machen. Auch agieren sie nicht alle gleich. Einige sind deformiert, einige sehen ganz normal aus, einige bewegen sich animalische Art und Weise. Auch die Zeichnungen der Zombies sind sehr gut ausgearbeitet. Es ist erstaunlich, wie man den Zombies einen morbiden Touch und vor allem immer einen Ausdruck von Wahnsinn und Mordlust in der Mimik verpassen konnte. Manche Panels lassen einem wirklich einen Schauer über den Rücken laufen. Was man dazu noch erwähnen sollte, ich die befremdliche Art und Weise, wie mit dieser Zombie-Apokalypse umgegangen wird. Man kann davon ausgehen, dass die Handlung nicht in einem erdähnlichen Paralleluniversum spielt, wo es den Zombie-Mythos nicht gibt. Gut, man muss sagen, dass man als normaler Mensch mit einer Leiche die aufsteht und davonwankt schon etwas überfordert ist. So etwas ist einfach nicht richtig. Aber spätestens wenn man mitbekommen, wie man selber oder andere von wild gewordenen Menschen attackiert und gebissen, ja geradezu zerfetzt werden, sollte man vielleicht an Zombies denken. In "I am a Hero" wird mit der ganzen Thematik etwas konservativer und distanzierter umgegangen. Wenn Tote auferstehen, dann sind es Zombies. So einfach ist es. Da muss man nicht lange herumspekulieren, was da nun wirklich los ist. Und mindestens in der Theorie sollte jeder wissen, wie man mit Zombies umzugehen hat. Man zerstört den Kopf oder sorgt dafür, das sie sich nicht bewegen bzw. beißen können.

Das Hideo mit der gesamten Situation überfordert ist, lässt schon schon von vornherein sagen. Schließlich ist er eindeutig nicht der Typ, der sich gerne in gefährliche Situationen begibt bei denen es auch noch um Leben und Untot geht. Er versucht in erster Linie die Gesamtsituation ein wenig herunterzuspielen, sodass sicher bald alles wieder gut wird. Aber er wird schnell eines besseren belehrt, denn es kann immer nur schlimmer kommen. Dies ist eigentlich die Zeit, wo Helden benötigt werden, doch es stellt sich nun auch bei Hideo die Frage, ob er wirklich der Held sein kann der er gerne wäre. Helden sind mutig und selbstlos und wissen was sie tun. Hideo ist das komplette Gegenteil. Und das er bisweilen glimpflich durch die Zombiehorden kommt, ist auch mehr dem Glück geschuldet. Hier und dort findet er Verbündete, Mitstreiter könnte man fast sagen, die auch einfach nur überleben wollen. Doch es sei gesagt, das solche Partnerschaften nie wirklich von langer Dauer sind. Aus verschiedenen Gründen.
Fazit.
"I am a Hero" ist ein wirklich guter Survival-Horror-Manga geworden, der eine interessante Geschichte über einen introvertierten Phobiker erzählt, der sich in einer Welt behaupten muss, die er sich sonst nur in seinen wirren Fantasien vorstellen konnte. Die Zombie-Apokalypse wird knallharte Realität und sein Wunsch wird nun endlich war. Es werden Helden gesucht! Man darf im Laufe der Handlung gespannt sein, was Hideo auf seinem Weg zu einem sicheren Ort alles passieren wird, was für Menschen er kennenlernen wird und wie er mit brenzligen Situationen klarkommen wird. Der Zeichenstil ist realistisch gehalten und die Übersetzung wirklich hochwertig. Ein gutes Stück Arbeit! Momentan sind 7 Bände in Deutschland erschienen, der 8. Band wird am 18. März erhältlich sein. Horror-Fans sollten da wirklich mal reinschauen. Man sollte aber mindestens bis Band 2 reinlesen.




Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/I_Am_a_Hero
Bilder:  https://www.carlsen.de/serie/i-am-a-hero/30897#In-dieser-Serie
             http://thunex.deviantart.com/art/I-Am-a-Hero-wallpaper-396126368
             http://mangafox.me/manga/i_am_a_hero/v03/c023/8.html
             http://mangafox.me/manga/i_am_a_hero/v01/c001/5.html

Kommentare:

  1. Aloha,

    wir haben deinen Beitrag auf unserer Facebookseite "blogARTig" verlinkt. Solltest du etwas dagegen haben,
    bitte laut schreien.

    Liebste Grüße
    blogARTig

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