23.12.13

Das 'Monster Hunter'-Tagebuch #18




Liebes Tagebuch,

ich habe einen alten Bekannten wiedergetroffen. Anfang der Woche führte mich mal wieder ein Auftrag zum Vulkan. Dort sollte ich nach einem Rathalos ausschau halten, der die bewaldeten Grenzgebiete am Vulkan unsicher machen sollte. Der Rathalos ist einer der mächtigsten Feuerdrachen-Wyvern, die man bisher entdeckt hat. Er ist außerdem das männliche Gegenstück zur Rathian, der ich schon ein paar mal begegnet bin. Die Rathian nennt man auch "Königin der Erde" und als Gegenstück wird der Rathalos als "König des Himmels" bezeichnet.

Als ich noch ein kleiner Junge war, musste ich miterleben, wie ein Nachbardorf von einem Rathalos angegriffen wurde. Normalerweise halten sie sich in den Bergen auf und kommen eher selten auf weite, flache Ebenen. Jedoch hat ihn das Vieh des Dorfes angezogen und so hat er sich über die armen Tiere hergemacht und nebenbei noch das halbe Dorf in Schutt und Asche gelegt. Es brauchte drei Jäger um ihn zu vertreiben. Ich lebte lange Zeit in Angst, dass der Rathalos auch mein Heimatdorf heimsuchen könnte. In unserem Dorf gab es nicht sehr viel Vieh, aber dennoch genug um ein wildes Tier anzulocken. Es ist zum Glück nichts passiert, bis die Nachricht kam, dass sich die Jägergilde um den Rathalos gekümmert hat. Soweit was meine Jugend wieder zu unbeschwert wie ich sie immer haben wollte. Doch nun sollte ich mich einem dieser Terrordrachen alleine Stellen. Selbst meine Felynen-Kameraden waren nicht sehr begeistert von diesem Auftrag, dennoch wollten sie mich Tatkräftig unterstützen. Manchmal glaube ich, dass sie sogar mutiger und entschlossener sind als ich. Ich stellte den Rathalos auf dem Gipfel des Vulkans, was ich in irgendeiner Art und Weise schon sehr heroisch und episch fand. Der Kampf hingegen war kein Spaß und ich musste wirklich viel einstecken. Mehr als bei vielen meiner anderen Aufträge. Einmal ging ich sogar K.O. und konnte nur von Glück reden, dass mich die Felyne weggeschleppt haben, bevor sich der Wyvern sich über meinen bewusstlosen Körper hermachen konnte. Der Kampf zog sich über das gesamte Vulkangebiet und war wirklich einer der fordernsten und lästigsten Kämpfe die ich je hatte. Selbst der Zinogre war da schon gefahrloser.

Monster Hunter Tagebuch - Der König des Himmels



Als ob der Kampf gegen den höllischen Rathalos nicht schon genug gewesen wäre, um mir Flashbacks zu verschaffen, ging es mit meinem letzten Auftrag auch noch einmal weiter. Zwar fühle ich mich nicht an meine Kindheit erinnert, sondern an die Zeit, als ich mit dem Jagen angefangen habe und auf einigen Jagdausflügen als Träger und Helfer unterwegs war.

Ich war damals mit einer Gruppe von Jägern auf dem Weg zu einem uralten Dschungel. Viel älter als es der Dschungel vom Flutwald ist. Dieser Wald war wirklich sehr dicht und man wurde spürbar von ihm umschlossen und geradezu verschluckt. Tiefdunkel waren die Wege die hindurch geschlagen wurden und selten stach ein Sonnenstrahl durch das Dickicht des Blattwerks über uns. Ich sollte an der Jagd nicht direkt teilnehmen, sondern das Lager aufbauen und die Jäger mit allem versorgen was sie brauchen. Ihr Jagdziel war ein wilder Nargacuga. Es ist ein vierbeiniger, schwarzer Wyvern der sich mehr wie eine Katze bewegt, als wie ein Drache. Er ist ein Hybridwesen mit Raubkatzenklauen und fledermaus-artigen Ohren. Dazu noch ein Maul, wie eine Kombination von Schnabel und Raubtiergebiss. Er hat zwar Flügel, diese sind aber über die Evolution verkümmert, sodass sie nur zum segeln oder flattern eignen. Dafür ist er ein schneller Läufer und Springer. Er wird auch "Schwarzes Biest" oder "Lebender Schatten" benannt. Ich habe mal ein gezähmtes Jungtier in einem Wanderzirkus gesehen. Da sah er noch irgendwie knuffig aus. Die Jäger waren Nachts unterwegs um dem Nargacuga nachzustellen, während ich im Lager verharrte. Ich war zwar bewaffnet, aber mit einem Angriff von so einem hochrangig-gefährlichen Monster hätte ich schon große Probleme habt. Es bereitete gerade die Zelte vor, als ich das schauerliche Gefühl bekam beobachtet zu werden. Ich versuchte mich so langsam wie möglich zu bewegen. Wo vorher noch die Geräusche von Insekten und kleinen Tieren zu hören waren, war nun alles still. Ich ließ meinen Blick durch das Lager gleiten, die Hand an dem Kurzschwert. Das letzte was ich mitbekam war ein roten Glimmen im Gehölz, ein Atmen, ein Rascheln der Blätter und ein Schatten der an einer Fackel vorbeihuschte. Dann war es wieder still. Nach einiger Zeit setzten wieder die Grillen ein und ich wusste, dass ich vermutlich gerade noch einmal mit dem Leben davon gekommen war.

Nun ist auch ein Nargacuga im Flutwald aufgetaucht und ich sollte mich ihm stellen. Ich weiß, dass es nicht der gleiche Wyvern war, wie damals im alten Dschungel, aber ich sah es als Abrechnung mit der Vergangenheit an. Damals war ich naiv, jung und wehrlos. Doch heute habe ich Arsenal an Waffen und Erfahrung und ich wollte mich von diesem Wyvern nicht noch einmal vom ins Bockshorn jagen lassen. Entschlossen machte ich mich auf in den Flutwald um dem "Lebenden Schatten" nachzustellen. Wer wird Jäger sein und wer Gejagter?

Monster Hunter Tagebuch - Jäger und Gejagter





Fortsetzung folgt...

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