30.10.13

In Nuce #15 ~ Die letzte Tür des Horrors


Atmosphärischer Horror in Spielen ist alle Mal besser, als mit der Hau-Drauf-Methode vorzugehen. Ich habe da ein gutes Beispiel gefunden.


Wie so oft, habe ich mich in letzter Zeit wieder nach Indiespielen bzw. guten Flashgames umgeschaut, die man mal zwischendurch spielen kann. Dabei bin ich bei den beliebtesten Spielen auf der Seite Newgrounds.com auf ein interessantes Indie-Point&Click-Adventure gestoßen, dass ich unbedingt hier teilen muss. 

Das Spiel um das es gehen soll, ist "The Last Door". Es handelt sich hierbei um ein Indie Game, welches sich über freiwillige Spenden und die Kickstarter-Seite finanziert. Das Spiel kann man den Genres Point&Click-Adventure und Horror zuordnen und es kommt in einer charmaten Retro- bzw. Low-Graphic-Optik daher. Entwickelt wird das in Kapiteln erscheinende Spiel von The Game Kitchen. Bisher sind zwei Kapitel erschienen und das dritte wird im Januar nächsten Jahres veröffentlicht.

Die Story spielt Ende des 19. Jahrhunderts und dreht sich um den Hauptcharakter Jeremiah Dewitt, der eines Tages von seinem alten Schulfreund Anthony Beechworth einen Brief bekommt, mit dem Inhalt "Videte Ne Quis Sciat". Das ist ein Hinweis auf die weit zurückliegende Schulzeit in einem Internat in Schottland, wo die beiden einem philosophischen Geheimbund der Schüler angehörten. Dewitt macht sich Sorgen um seinen alten Freund und reist umgehen nach Sussex, zu der alten Beechworth Villa, dem Anwesen von Anthonys Familie. Allerdings findet Dewitt das Haus vollkommen verlassen vor und begibt sich auf die Suche nach Anthony.
Soweit zur Einleitung zu Story. Man muss mit Fug und Recht behaupten, dass man sich hier wirklich sehr viel Mühe geben hat, schon von Anfang eine düstere, bedrückende Grundstimmung aufzubauen, die den Spieler fesselt und ganz in diese Welt zieht. Dabei ist das Intro zum Spiel sehr drastisch, weil man sieht, wie Anthony sich erhängt. Sprich, man weiß als Spieler mehr als die Hauptfigur und weiß auch schon wo man nach Anthony suchen muss. Das ist etwas zu zielgerichtet, weil man dann im Prinzip nur Steine aus dem Weg räumen muss, um ans Ziel zu kommen. Auch die Rätsel sind nicht wirklich schwierig, da man nicht allzu viele Gegenstände findet, allerdings muss man bei zwei/drei Rätseln schon rumprobieren bis man die Lösung findet. Oder was soll man mit einer halbtoten Krähe machen? An die Wand nageln? In den Ofen stecken? Schwierig...

Dazu muss man aber sagen, dass die Atmosphäre in der alten Villa wirklich grandios ist, wozu auch die Musik ihren Teil leistet. Es kommt wunderbar schaurige Stimmung auf, die man wirklich genießen kann. Für die Hasenfüße unter den Lesern sei gesagt, dass bei "The Last Door" mit Jump Scares gespart wird, denn der Horror wird bis auf ein oder zwei Fälle nur von der Atmosphäre erzeugt. Es gibt auch keine Gegner gegen die man Kämpfen muss. Das zweite Kapitel führt den Hauptcharakter übrigens in das alte Internat in Schottland, welches nun eine kirchliche Heilanstalt ist. Man darf gespannt sein.

Ich kann "The Last Door" jedem Freund von atmosphärischem Horror/Grusel nur ans Herz legen. Man sollte sich nicht von der Grafik abschrecken lassen, denn selbst mit minimalistischen Stil, muss sich dieses Spiel nicht vor Genre-Kollegen verstecken. Meine vollste Empfehlung!



Bis dahin - Tschödeldö


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