28.08.13

Das 'Monster Hunter'-Tagebuch #1




Liebes Tagebuch,

ich bin heute endlich im Yukumo Dorf angekommen. Die Reise verlief größtenteils ruhig und nicht sehr beschwerlich. Ich hatte das Glück, dass mich ein Felyne-Lieferant auf seinem Wagen mitgenommen hat. Diese Katzenwesen sind wirklich immer zu Stelle, wenn man sie braucht. Vermutlich nahm er an, dass ich aus dem anliegenden Dorf stamme, weil ich die übliche Kleidung trage, die man mir hat zukommen lassen. Die Mitfahrgelegenheit hat die Reise durchaus beschleunigt und ich musste mir die Füße nicht wund laufen. Der Wagen wurde von einem Gargwa gezogen, einem mittelgroßen Laufvogel. Er sieht etwas plump und behäbig aus, ist aber ein extrem guter Läufer und eignet sich sehr gut als Nutztier um Wagen zu ziehen, oder für die Feldarbeiten. Wo ich herkomme sieht man diese Tiere eher selten, da sie größtenteils in den Hochebenen im Gebirge leben. Auf der Reise hatte ich immer im Hinterkopf, was am Ende der Stellenausschreibung stand, dass man sich vor einem Zinogre in Acht nehmen soll. 

Ich habe noch nie einen Zinogre in freier Wildbahn gesehen, nur in Büchern oder habe den Erzählungen anderer Jäger gelauscht, die einem begegnet sind oder sein wollen. Man hört ja auch die abenteuerlichsten Lügengeschichten, mit denen sich manche Jäger aufplustern wollen und selber bringen sie nicht einmal einen Bulldrome zur Strecke. Wir waren auf unserem Weg durch die Berge dem Dorf schon sehr nahe, als es anfing zu regnen. Ein kolossaler Wolkenbruch und dazu noch der beständige Nebel, der die Route noch gefährlicher machte. Aus dem Regen entwickelte sich bald schon ein Sturm mit kräftigem Wind und zuckenden Blitzen. Ich schaute hinauf in den Himmel und meinte schemenhaft etwas zu erkennen, was sich im Sturm bewegte. Eigentlich völliger Irrsinn, denn es gibt meines Wissens kein Lebewesen, was selbst bei Sturm fliegt und schon gar nicht im Auge von einem. Ich wandte mich ab und blickte über den Wagen nach vorne und da stand Er. Ein Zinogre!

Der Felyne der den Wagen steuerte hatte ihn durch den Regen und den Nebel wohl nicht bemerkt. Er stand mitten auf der Straße und starrte in den von Wolken verdunkelten Himmel, als ob er nach etwas Ausschau hielt. Blitze zuckten um seinen massigen Körper, der von einem leichten, bläulichen Schein umhüllt war. Was für ein Wesen ist das nur. Der Felyne versucht eine ein Ausweichmanöver bei dem ich vom Wagen geschleudert wurde. Ich rollte über den Boden und kam am Bein des Ungeheuers zum liegen. Ein wahrlich gewaltiges Tier mit einer Schulterhöhe von fast zwei Metern und ich war auch noch unbewaffnet. Meine Waffe wurde anscheinend nicht aus dem Wagen geschleudert. Elendes Schicksal! Glücklicher Weise nahm der Zinogre keine Notiz von mir, er war zu eingenommen vom Naturspektakel, welches sich am Himmel bot. Oder war da noch etwas, was seine Aufmerksamkeit erregte. Ehe ich mich versah, kam plötzlich sein Schweif auf mich zu und fegte mich über einen Vorsprung, wie ein lästiges Insekt. Glücklicherweise landete ich wieder auf dem Wagen des Felynes, der die Kontrolle über ihn und das Gargwa wiedererlangen konnte. Mit einem letzten Blick auf die Szenerie ratterte der Holzkarren davon - in Sicherheit...

Der Himmel war schon wieder klar und es war sonnig, als mich meine Mitfahrgelegenheit am Eingang des Yukumo Dorfs absetzte. Die Pfützen glänzten in der Sonne und sogar der Nebel hatte sich größtenteils verzogen und machte die Aussicht auf das kleine Bergdorf frei. Dem Felyne war die Fahrt wohl auch etwas zu aufregend gewesen, aber er setze seine holperige Fahrt fort, denn er hatte noch Waren, die er abzuliefern hatte. Vielleicht sehen wir uns irgendwann mal wieder. Da war ich also. Das sollte meine Heimat für die nächste Zeit sein und mein Ausgangspunkt für hoffentlich viele Abenteuer. Mein nächstes Ziel hatte ich auch schon klar vor Augen. Die Dorfchefin finden, mich vorstellen und das Dorf erkunden.


Fortsetzung folgt...
(Videoverweis)

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