27.06.12

Buch•Peteback: Final Fantasy VII : Der Blick nach vorn


Der Blick nach vorn


Fakten:
Titel: Final Fantasy VII - Der Blick nach vorn / On the Way to a Smile
Autor: Kazushige Nojima 
Erschienen: Juli 2011
Verlag: Panini Books 
Broschiert: 281 Seiten 
Preis: 19.25€ (Amazon)


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Da Cloud und seine Gefolgschaft nun endlich die Welt vor dem Untergang gerettet haben, was am Ende nicht ganz so funktioniert hat, wie sie sich das vorgestellt haben, kehrt erst einmal Ruhe in der Welt ein. Da nun aber anscheinend jeder seine selbst auferlegte Bestimmung erfüllt hat, zerstreut sich die Gruppe. Barrett ist des Kämpfens müde geworden und will der Welt und den Menschen nun etwas zurückgeben. Tifa, die auf Barrets Ziehtochter Marlene aufpasst, eröffnet das "Sevens Heaven" neu und wird anfänglich von Cloud unterstützt. Da Cloud niemand ist, der lange still sitzen kann,wird unruhig und beginnt einen Botendienst aufzubauen. Und Cid, der ehemalige Raum- und Luftschiff-Kapitän, träumt von neuen Möglichkeiten zu fliegen, jetzt wo die Mako Energie weg ist.
Doch dann beginnt sich eine merkwürdige und aggressive Krankheit auszubreiten. "Geostigma" wird sie genannt, und alle die an ihr erkranken, scheiden eine schwarze Flüssigkeit aus. Ein Heilmittel gibt es nicht und einige Menschen sterben sogar an ihr
"Der Blick nach vorn" ist eine Ansammlung von Kurzgeschichten, wovon erstmals drei der Geschichten in der Novelle "On the Way to a Smile" veröffentlicht wurden. Darunter waren "Denzels Geschichte", "Barretts Geschichte" und "Tifas Geschichte". Hier hinzugefügt wurden noch "Nanakis, Yuffis und Shinras Geschichte"und "Schwarzer/Weißer Lebensstrom"

So wird in Denzels Geschichte sein Leben nach der Zerstörung von Sektor 7 ohne seine Eltern gezeigt. 
Tifas und Clouds Zusammenleben in der neuen Stadt Edge und Clounds allmäliche Isolation von den anderen.
Barretts Versuche für seine schlechten Taten im Hauptspiel Buße zu tun und die Welt besser zu machen.
Yuffies Kampf gegen das Geostigma in ihrem Heimatdorf und der suche nach einer ultimativen Materia.
Nanakis Weltreise um Menschen und die Welt kennen zu lernen und mehr Wissen über die Welt und seine Eigenarten zu lernen.
Und schlussendlich der Fall des Shinra Konzerns und seines Präsidenten Rufus, wie er bei dem Angriff von Diamant Weapon aus dem einstürzenden Shinragebäude flüchten konnte.
Dazu noch der weiße bzw. schwarze Lebensstrom in dem Gedanken und Intentionen von Aeris und Sephiroth geschildert werden.

Die Handlungstränge lassen dabei immer durchblicken, dass das Buch ein reines Bindeglied zwischem dem Spiel und dem Film "Advent Children" ist. Ob man das Buch nun vor oder nach dem Film liest, ist dabei nicht von Bedeutung.


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Das ich auf das Buch gestoßen bin, war eigentlich reiner Zufall. Es lag einfach so im Buchladen meines Vertrauens auf dem Tisch für gebrauchte Bücher und hat deshalb auch nur ein Bruchteil des Normalpreises gekostet.

"Der Blick nach vorn" wurde von Kazushige Nojima geschrieben und es hätte wohl kein Besserer dafür genommen werden können. Der in Sapporo geborene Japaner ist mit der Welt von Final Fantasy bestens vertraut, ganz besonders mit Teil VII. Er war der Szenario-Autor dieses Spiels und einiger Nachfolger, darunter Teil X und X-2. Des Weiteren hat er das Drehbuch für "Final Fantasy VII: Advent Children" geschrieben.

Es ist schon leicht ironisch zu sehen, dass niemand der Charaktere auf dem Cover nach vorne sieht, wie es der Titel doch eigentlich gebietet. Interpretation? Vielleicht?
Ob das Buch nun nötig ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Es bietet auf jedenfall für den Film einige nützliche Hintergrundinformationen und Erweiterungen. Zum Beispiel die Sache mit dem Geostigma wird in in den verschiedenen Geschichten viel besser aufgeklärt und anschaulicher dargestellt als im Film, obwohl die Krankheit dort viel offensiver vertreten ist. Wenn man sich die Geschichten im einzelnen betrachtet, dann kommt man schnell dahinter, dass einige von ihnen mehr bieten als andere
Dabei ist die erste Erzählung über den kleinen Jungen Denzel, der auf unfreiwillige Art und Weise, bei dem Einsturz von Sektor 7 seine Eltern verlor und nun alleine mit der Welt zurechtkommen muss wohl mit die interessanteste. Hier bekommt Denzel endlich seinen großen Auftritt, wo er doch in "Advent Children" von der Charakterisierung her viel zu kurz kommt. Hier bekommt man auch einen guten Einblick in den Ausnahmezustanden in Midgar, nach der Abwehr des Meteors. Gleichermaßen erstaunlich ist auch die Geschichte des Shinra Präsidenten Rufus, der in diesem alternativen Handlungstrang nicht im Shinragebäude starb, sondern durch einen Fluchtweg entkam, den sein Vater einst anlegte. Hier wird acuh die Arbeit der Turks im Detail dargestellt, vorne an natürlich Reno und Rude. Die Verkettung von unvorhergesehen Ereignissen in die Rufus gerät, sind leicht an den Haaren herbeigezogen, tragen aber viel Wissen über die Turks, das Militär und im Nachhinein auch über Geostigma bei.

Außerhalb dieser Handlungsstränge, flauen die anderen, restlichen Geschichten doch schon sehr ab. Einzig die Geschichte von Tifa und Clound scheint noch etwas mehr zu bieten. Hier wird das Zusammenleben der beiden mit Marlene und Denzel geschildert und wie Cloud sich allmälich verändert und verschlossener wird als sonst schon. Hier kommt man auch in Kontakt mit der Situation der Stadtbewohner und ihrer Lage, da sie nun eine neue Stadt aufbauen müssen. Die Geschichte von Barrett hingegen ist furchtbar vernachlässigbar. Er versucht Buß zu tun für seine Sünden und verdient sich als Leibwächter bei Transporten und hat es sich zum Ziel gesetzt den Menschen zu helfen. Mehr ist aus der Geschichte nicht rauszuholen. Nanakis, oder auch "Red XIII"'s Geschichte ist nicht unbedingt interessant, aber doch schon lesenswert. Im Spiel sowie im Film hat der rote Löwe kaum nennnenswerte Auftritte und kann hier in einer Geschichte zusammen mit Vincent Valentine punkten. Komplett sinnlos hingegen ist die Geschichte von Yuffie. Sie kehr in ihr Heimatdorf Wutai zurück und wird beschuldigt das Geostigma eingeschleppt zu haben. Darauf setzt sie sich das Ziel eine Materia zu finden, die die Krankheit heilen kann. Und das wars auch schon. Yuffie war so oder so nie ein interessanter Charakter und hat auch hier eine banale Story bekommen. Da hätte man sich viel mehr eine Geschichte zu Vincent Valentine gewünscht. Schade schade.

Der schwarze/weiße Lebenstrom ist die Bühne von Aeris und Sephiroth, die nach ihrem Tod noch im Lebenstrom weiterexistieren. So hält der schwarze Lebenstrom den Ursprung des Geostigmas bereit.

Schön zu sehen, ist das man merkt das man sich hier wirklich im Universum von "Final Fantasy VII" bewegt. Nojima hat stehts darauf geachtet, die Welt lebhaft darzustellen. Dazu gehören vorallem die Monster in der freien Wildbahn, mit denen sich vorallem Nanaki rumschlagen muss. Auch kommen Themen wie Substanzen und Materia, Mako Energie und Waffen vor. Auch haben die Charaktere ihre Macken und speziellen Eingeschaften behalten. So schießt Barrett mit seinem Gewehrarm wild in die Luft und brüllt, wenn ihm irgendetwas aufregt oder ihm Kopfzerbrechen bereit. Yuffie folgt natürlich weiter ihrem Schattenboxen, wenn sie wütend wird und Vincent hüllt sich mysteriös in seinen Mantel und löst sich dann einfach in Rauch auf. Das wirkt natürlich ein wenig albern, wenn man es liest, anstatt es auf dem Bildschirm zu sehen, aber trägt zu den Charakteren und der Atmosphäre einiges bei.

Fazit.
"Der Blick nach vorn" ist ein nettes Buch für die Ergänzug zum Film "Advent Children", ist für Fans auf jeden Fall sehenswert, aber kein Muss. Die Geschichten variieren in der Originalität und Einfallsreichtum zwischem gut bis mäßig. Höchstens von der Geschichte mit Yuffie könnte man Enttäuscht werden, wenn sie nicht gerade der Lieblingscharakter von einem ist. Man merkt auch sehr stark, dass Nojima sehr eingeengt in seinem Storytelling und der Charakterisierung ist, weil er in dem Buch auf den Film hinarbeiten musste und nicht umgekehrt. Das hat sehr viel Potential verspielt.
Im Endeffekt aber immernoch eine nette Fiction für 1-2 Leseabende. :)





Bis dahin - Tschödeldö





Kommentare:

  1. Das hört sich ja mal ganz nett an :)
    Ich lasse gewöhnlich von Büchern zu Games die Finger. Enttäuschungen treten viel zu leicht auf.
    Es ist auch irgendwie sehr befremdlich von einem Game auf ein Buch umzuschwenken. Vieles, das im Game Sinn gemacht hat, verliert in geschriebener Form seinen Reiz oder wirkt seltsam.

    Ich finde es aber trotzdem schade, dass gerade bei einen Autor mit solchen Potenzial und Hintergrundwissen von vornherein beschränkt wurden. Vielleicht habe ich ja Glück und bekomme das Buch auch mal im Angebot, dank deines Reviews würde mich ein Blick rein schon reizen ^^

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  2. Dann hoff ich mal, dass dir das Buch irgendwann mal in die Hände fällt :)

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