22.05.13

In Nuce #8 - To The Moon


Das Wunderbare an dieser Rubrik ist, dass man hier über Spiele schreiben kann, über die man gar nicht so viel verraten darf. Und es ist ein so wunderbares Spiel.


Wie man es von mir kennt, bin ich total aktuell was Beiträge über Spiele angeht. Und so ist es auch dieses Mal. Man kann ja auch nicht alles immer sofort spielen. Außer, wenn man genug Zeit hat und wer hat die denn schon.

"To The Moon" ist wohl DAS Erfolgsspiel vom Indie-Entwicklerstudio 'Freebird Games', von 2011. Es ist außerdem das erste kommerzielle Spiel von Kan Gao und seines unabhängigen Studios. Durchweg positives Kritiken, wo man nur hinschaut und Leute die in den höchsten Tönen von diesem Spiel reden. In Punkto Story und Gameplay soll es ja wirklich sehr gut sein. Das sagt sich ja immer so leicht. Den Hype um ein Spiel kann man erst richtig verstehen, wenn man es wirklich selbst gespielt und erlebt hat und genau deshalb, habe ich mich im Selbstversuch an diese Perle gewagt und zu sehen, was wirklich hinter all den O-Tönen steckt. Was einem zuerst auffällt, ist die spezielle Optik und Grafik des Spiels. "To The Moon" wurde mit dem 'RPG-Maker XP' erstellt und hat daher auch die gewohnte 16-bit Optik und Dialoge laufen in Textboxen ab. Spielerisch ist es ein Rollenspiel mit Adventure-Elementen. Es bewegt sich in den Genres Si-Fi, Visual Novel, Drama und Tragikkomödie und weiß diese Kombination auch sehr gut zu präsentieren. 
Die Story spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft. Dr. Eva Rosalane und Dr. Neil Watts arbeiten für die Sigmund Corp., welche sehr spezielle Dienste anbietet. In dieser Zukunft wurde es durch Technologie möglich, in die Erinnerungen von anderen Personen einzudringen und diese auch zu verändern. Die Sigmund Corp. hat sich darauf spezialisiert, sterbenden Menschen ihren letzten Herzenswunsch zu erfüllen. Der Wunsch wird als Auslöser in eine frühe Erinnerung des Patienten gepflanzt und das Unterbewusstsein des Patienten formt dann automatisch die späteren Erinnerungen um, sodass er glaubt diese Erinnerung wirklich erlebt zu haben. Da das Herumpfuschen in Erinnerungen sehr gefährlich ist, wird es auch nur bei Menschen angewendet, die nicht mehr lange zu leben haben, sodass sie mit einem Lächeln sterben können. 

Die Protagonisten Neil und Eva treffen also bei einem Patienten namens Johnny ein, der in einem herrschaftlichen Haus auf einer Klippe lebt. Er liegt im Sterben und die beiden werden von seiner Haushälterin Lily empfangen, der zuständige Arzt wohnt der Sitzung auch bei. Johnny ist nicht mehr ansprechbar und deshalb wird die Maschine aufgebaut und die beiden Wissenschaftlicher tauchen in die Gedankenwelt ihres Patienten ein. In einer nicht allzuweiten Erinnerung stellen sie sich dem alten Herrn vor und fragen ihn nach seinem Wunsch. Johnny will zum Mond. Allerdings kann er nicht sagen, wieso er das so gerne möchte. Da keine neue Erinnerung eingepflanzt werden kann, ohne den genauen Grund des Wunsches zu kennen, reisen Eva und Neil durch verschiedene Erinnerungen Johnnys um diesen Grund zu finden. Dabei stoßen sie auf Geheimnisse, Ungereimtheiten und merkwürdige Begebenheiten, wobei Johnnys verstorbene Frau River, ein Schnabeltier, eingelegte Oliven und Origamihasen eine wichtige Rolle spielen werden.
Vom der Idee her und von der Einleitung ist das Spiel schon mal ganz vorne mit dabei. Gerade weil "To The Moon" so minimalistisch wirkt, ist das was sich später entspinnt, umso eindrucksvoller und interessanter. Kan Gao hat einer Story geschrieben die ein gleichermaßen erstaunt, berührt, verstört und fasziniert. Eine Story die den Spieler bei der Hand nimmt und ihn vor allem ernst nimmt. Durch den geschickten Einsatz von Charakteren und Twists in der Story und allgegenwärtigen offenen Fragen wird der Spieler immer weiter in der Spielwelt gefangen und die Spannung wird immer aufrecht erhalten. Die Story ist dabei sehr vielschichtig, aber wird niemals unverständlich oder weist Logiklöcher auf. Man erfährt eigentlich nie mehr, als die beiden Wissenschaftler und wenn doch, dann erfährt man im nächsten Moment auch schon von ihren Theorien. Hier und dort gibt es aber noch Einzelheiten, die einfach nur angedeutet werden, damit sich der Spieler selber Gedanken machen kann.

Eigentlich könnte ich das Spiel noch viel mehr auseinandernehmen und noch einzelne Bereiche beleuchten, aber damit würde ich viel Spannung und Aha-Momente kaputt machen. Ich kann "To The Moon" allen empfehlen, die mal eine wirklich gut durchdachte Story erleben wollen, die einen über die ganzen 4-5 Stunden Spieldauer gut beschäftigt und einen dannach auch noch nachdenklich zurücklässt. Die Charaktere sind sympathisch und gegensätzlich, der Humor ein wenig zu aufdringlich und die Musik ein Fest der Sinne. Jeder der 16-Bit-Adventure mag, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Unterstützt dieses Spiel und die Entwickler, denn da wird noch viel mehr Grandioses auf uns zukommen!






Bis dahin - Tschödeldö





19.05.13

Film•Peteback: Dead Space Downfall


Nachdem wir uns letztens schon im SiFi-Horrofilm-Genre bewegt haben, gehen wir nun über zum Animationsfilm, aber bleiben auch beim Horror und auch bei SiFi.

Dead Space Downfall


Originaltitel: Dead Space Downfall
Deutscher Titel: Dead Space Downfall
Origianlsprache: Englisch
Erschienen: 2008
Länge: ca. 75 Minuten
Regie: Chuck Patton
Drehbuch: Justin Gray, Jimmy Palmiotti
Entwicklerstudio: Film Roman, Electronic Arts
Cast: u.a. Victoria Sturm, Bernd Vollbrecht, Engelbert von Nordhausen, Jan Spitzer, Sebastian Jacob, Rainer Doering, Ghadah Al-Akel, Thomas Schmuckert


Kurz gesagt: "Dead Space Downfall" ist ein animierter Horrorfilm des Studios 'Film Roman' und 'Electronic Arts', aus dem Jahr 2008. Regie führte hierbei der Comic Artist Chuck Patton, der auch maßgeblich den Stil des Film vorgegeben hat. "Downfall" inszeniert ein Prequel zum Multiplattform-Survival-Horror-Spiel "Dead Space" und zeigt die vorherigen Ereignisse, bis Protagonist Isaac Clarke die 'USG Ishimura' betritt.




Auf dem Planet 'Aegis VII' wird ein uraltes Artefakt gefunden, welches als ein 'Marker' identifiziert wird. Es soll sogar der lange gesuchte 'Zweite, rote Marker' sein. Um diese Marker-Artefakte hat sich schon lange ein religiöser, sektenartiger Kult gebildet, der sich selbst als "Church of Unitology" sehen und diese Marker verehren. Durch Einflüsse dieses Kults, wird das Bergbauschiff 'USG Ishimura' nach 'Aegis VII' geschickt um dort unter Vortäuschung von falscher Tatsachen das Artefakt zu bergen.Während das Schiff im Orbit des Planeten die Bergung vorbereitet, kommen Übertragungen rein, dass es auf der Planetenkolonie zu Zwischenfällen gekommen ist, bei dem auch Kolonisten getötet wurden. Captain Marthius ignoriert diese Funksprüche und lässt mit den Vorbereitungen weitermachen. Alissa Vincent, Oberhaupt der Sicherheitseinheit, will die Vorfälle lieber untersuchen und spätere Probleme zu vermeiden. Ihre Bedenken, werden aber vom Captain abgeschmettert. Auf dem Planeten selber infiltrieren zwei Minenarbeiter einen Außenposten, zu dem jede Funkverbindung abgebrochen ist. Während eines Stromausfalls verschwindet einer der beiden spurlos. Der Andere, Colin Barrows, findet seine Frau Jen, die merkwürdige Sachen von sich gibt und sich dann Suizid begeht. Barrows versteht, dass etwas grausames auf dem Planeten und der Kolonie vor sich geht und flieht mit der Leiche seiner Frau zu einem Rettungsschiff und fliegt zur Ishimura - unwissentlich, was sich im Körper seiner Frau befindet...




Merchandise Produkte zu Spielen laufen gut und sind von der Fangemeinde gerne gesehen. Noch lieber sehen die Fans es aber, wenn zu dem geliebten Spiel noch ein Film rauskommt. Davon gibt es einige weniger, gute Beispiele und einen Laster von schlechter Beispiele. Gleiches hat sich anscheinend auch "EA" gedacht, als sie beim Animationsstudio 'Film Roman' einen 'Dead Space"-Film in Auftrag gegeben haben.

Es ist sehr zuträglich, dass sich EA dafür entschieden hat ein Prequel-Film zu machen. So werden eventuelle Nörgelein, wegen einer Adaption der Story oder einer fortlaufenden Story unterbunden. Ein Jahr nach dem Film kam dann auch für die Wii ein Titel namens "Dead Space: Extraction" raus, der die Geschichte von Downfall aufgreift. Das ist eine recht merkwürdige Vorgehensweise, aber vermutlich war der Wii-Teil von "Dead Space" schon vor dem Film in Planung gewesen.
Was soll man groß zu "Dead Space Downfall" sagen. Die Animationen sind stimmig und der Stil ist passend zur Thematik, wirkt aber teilweise etwas unsauber. Wer andere Arbeiten von 'Film Roman' kennt, dem wird der Stil teilweise bekannt vorkommen. Gerade in Bezug auf Produktionen die mit dem Marvel Universum zu tun haben, ist das Studio sehr engagiert.. Dead-Space-typisch geht es auch im Film hart zur Sache. Die durch den Marker hervorgerufenen Nekromorphs machen Jagd auf alles, was nach einer gesunden Lebensform aussieht und verwandeln diese in ein widerliches Hybridwesen mit Fangzähnen, Krallen und insektenartigen Beinen. So geht das Töten immer weiter, bis alles Leben in gewisser Weise ausgelöscht ist. Man erlebt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. So springt der Film zwischen Handlungssträngen hin und her. Mal erlebt man die Geschehnisse auf der Brücke der Ishimura, dann springt man wieder zu Alissa Vincent, wie sie sich mit einer Gruppe Überlebender durch die nekromorph-verseuchten Gänge des Schiffes schlägt.

Die Kernhandlung des Film ist eigentlich kaum der Rede wert, aber das ist die Kernhandlung des Spiels auch nicht. Dabei bewegt sich der Film mit dem Spiel auf einem Storyniveau. Das trifft auch auf den Gore-Faktor zu. Abgerissene Körperteile und Menschen die sich live in Nekromorphs verwandeln. Der Film fährt schon eine wirklich nicht jugendfreie Schiene und das ist auch gut so. Nur so kann auch die Stimmung des Spiels aufgefangen werden, damit ein Wiedererkennungswert erzeugt wird. Leider kann der Film mit der Stimmung dann doch nicht mithalten, denn das Spiel lebt auch größtenteils von Dunkelheit und vor allem von der Isolation des Hauptcharakters, der dazu noch stumm ist. Dieses Gefühl kommt im Film einfach nicht richtig auf, weil sich immer mehrere Personen auf dem Bildschirm befinden, die dann auch nacheinander dezimiert werden. Dabei sind auch die einzelnen Charaktere gar nicht so wichtig, auch wenn man sie zum Teil in Textlogs im Spiel wiedererkennt.

Die Synchronisation ist nicht die Beste, aber dennoch annehmbar. Ich empfehle aber den Originalton, weil die Emotionen dort besser rüberkommen und auch der Ton etwas klarer ist.
Fazit.
Wer "Dead Space" gespielt hat, oder jedenfalls mit dem Spiel etwas anfangen kann und auch mit der Geschichte vertraut ist, dem wird "Dead Space Downfall" sicherlich viel Freude bereiten. Die Gewaltdarstellung ist enorm, die Story eher plump, aber es ergibt sich allgemein ein harmonisch-düsteres Gesamtbild, das den geneigten SiFi-Horror-Freund zufriedenstellen sollte. Alle anderen können sich da an den Trailer halten, weil der schon viel vom Film zeigt.






Bis dahin - Tschödeldö







Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/Dead_Space:_Downfall
Bilder:  http://www.dvd-forum.at/userkritik/33483-dead-space-downfall
             http://gamesbackgrounds.com/view-dead_space_downfall_wallpaper_5-1280x720.html
             http://thatwasabitmental.com/2012/03/31/deadspacedownfall/

17.05.13

Game•Peteback: Dishonored - The Knife of Dunwall


Momentan ist irgendwie die Zeit der DLCs. Nachdem ich letztens über die Erweiterungen zu 'Assassins'c Creed III' geschrieben habe, wende ich mich einem anderen Spiel zu.

Dishonored
The Knife of Dunwall


'Dishonored' aus dem Hause Bethesda, war einer der Überraschungstitel des letzten Jahres und hat größtenteils positive Kritiken einsacken können. Für viele war er ein Toptitel für das Jahr 2012 und konnte mit einem gut durchdachten Gameplay, einer authentischen, Steam-Punk-artigen Welt,  interessanten Charakteren und Missionen und einem Gesinnungs-Feature glänzen. Und wie es in der heutigen Zeit nun mal so ist, bekommt auch ein, ich lehne mich mal aus dem Fenster, Meisterwerk wie 'Dishonored' ein paar DLCs spendiert.




In dem DLC "The Knife of Dunwall" geht es um den Auftragsmörder Daud. Er ist bekannt aus der Hauptstory von 'Dishonored', als Mörder der Kaiserin Jessamine Kaldwin und Anführer einer Gruppe von Assassinen die "The Whalers" oder "Die Walfänger" genannt werden. Bei seine Attentat auf die Kaiserin wird er in die Parallelwelt des Outsiders geholt, von dem der Assassine auch seine übernatürlichen Kräfte hat. Diese mystische Gestalt mit den schwarzen Augen eröffnet Daud, dass seine "Geschichte" zu Ende sein wird. Wie es mit Daud enden wird, steht allerdings noch nicht fest. Alles liegt nun in der Hand von Daud herauszufinden, was hinter dem Namen 'Delilah' steckt und was er für eine Bedeutung für ihn selbst hat. Sechs Monate vergingen, bis Dauds fähigste Assassinin Billie Lurk die Information erhielt, dass es ein Schriff namens "The Delilah" gibt, welches dem Schlachthausbesitzer gehört und im Hafen vor Anker liegt.




Wer 'Dishonored' kennt und/oder gespielt halt, dem ist der Name Daud ein Begriff. Genau genommen ist die Konfrontation zwischen den Ex-Leibwächter der Kaiserin, Corvo Attano, und dem Mörder der Kaiserin, ein größerer Höhepunkt als das Ende von 'Dishonored' selber. ER hat die Kaiserin ermordet, ER hat die Prinzessin Emily zu einer Waisen gemacht, ER hat das Komplott ausgelöst, welches Corvo ins Gefängnis gebracht hat, ER hat Dunwall auf dem Gewissen.

Da sind wir auch schon bei der Prämisse, um die auslösend für 'The Knife of Dunwall' ist. Daud, der kaltblütige Killer, hat Schuldgefühle den Mord der Kaiserin betreffend. Der Mord macht ihm ziemlich zu schaffen und er fängt an sein eigenes Handeln in Frage zu stellen. Nebenbei muss er sich auch noch auf die Suche nach einer ominösen Person namens Delilah machen. Wer ist Delila und was hat sie mit Daud zu tun? Und warum hält der Outsider diese Verbindung für wichtig für Dauds Schicksal? Nun, das Schicksal von ihm ist einigermaßen geklärt. Genau das macht den DLC so interessant. Es wird eine Geschichte geschaffen, die Parallel zu der von  'Dishonored' spielt, wobei das Ende des Hauptcharakters des DLCs einigermaßen klar ist. Als Corvo Attano hat man wie immer die Wahl - entweder lässt man Daud leben oder tötet ihn. Keine Entscheidung fiel mir in dem Spiel schwerer. Wie passt da also die Geschichte von 'The Knife of Dunwall' hinein? Ich kann es nicht genau sagen...
Was bekommt man also für die 9.99€ die man für das Add On hinblättert?
Man bekommt drei neue Missionen, die man mit Daud bestreiten kann. Die erste Mission führt uns in ein Schlachthaus für Wale, in der Hafengegend. Die Zweite in einen neuen Bezirk in Dunwall, den Justizbezirk und die dritte Mission findest in einer Gegend statt, die man schon auf dem Hauptspiel kennt. Dauds Hauptquartier im überschwemmten Bezirk. Das hört sich für's erste nach etwas wenig an, was es eigentlich auch ist. Zwei neue Areale und ein bisschen etwas Recycletes. Da hätte man gut noch eine individuelle Map für das DLC und den Preis drauflegen können. Die Maps die man aber bekommt sind aber wirklich toll ausgearbeitet und auch in Szene gesetzt. Das Schlachthaus in dem die Wale ausgenommen und zu Walöl und Fleisch verarbeitet werden ist nun wirklich kein Ort wo man gerne ist. Blut, Knochen, stahlkalte Räume, vergammelter Abfall und grobschlächtige Fleischer. Schade, dass es diese Mission nicht irgendwie in das Hauptspiel geschafft hat. Natürlich hat man auch wieder die Möglichkeit auf die verschiedensten Arten an das Ziel heranzukommen. Ob nun brutal und brachial oder semibrutal, bis friedfertig. Alles ist möglich. Das Ziel kann sowohl eliminiert, als auch neutralisiert werden. Wie man es halt möchte.

Das Zum Beispiel kann man bei dem Schlachthaus einen Mechanismus aktivieren, der eine Kette freigibt, damit man in den höheren Etagen in die Schlachterei einsteigen kann. So muss man nicht durch das Haupttor marschieren, wo man aber auch nur reinkommt, wenn man eine Stechkarte hat. Auch ein Weg durch die Rohrsystem des Abwassers kann man nehmen. Wie oft man entdeckt wurde, wie viele Menschen man getötet hat, was man mit dem Ziel gemacht hat - alles spielt wieder hinein in den Chaosfaktor, der bestimmte Gegebenheiten in den Folgemissionen verändern kann und das Ende beeinflusst. Daud ist es durch seine Untergrundverbindungen auch gegönnt, dass er Leute schmieren kann, wenn nur der Preis stimmt. So kann man im Schwarzmarkt-Bildschirm "Gefallen" kaufen. So wird eine Rune in einem Abwasserrohr platziert, Alarme werden deaktiviert, oder es stehen ein paar Walöltanks strategisch günstig bereit.
Daud lässt sich als Meisterassassine genau so gut spielen wie der Leibwächter Corvo. Er kann fast auf die gleichen Fähigkeiten zurückgreifen wie Corvo. Er kann keine Rattenschwärme beschwören und auf den Windstoß muss man auch verzichten. Doch von Blinzeln über Zeit anhalten, bis hin zum Leichen zu Staub zerfallen lassen, ist alles dabei. Alles erweiterbar durch Runen und die Knochenartefakte sind auch wieder dabei. Neu bei Daud ist, dass er einen Assassinen herbeirufen kann, der dann die Wachen eliminiert oder ein bisschen unterhält, bis man selber vorbeigeschlichen ist. Außerdem hat Daud eine modifizierte Art einer Armbrust dabei, die an seinem Handgelenk (Assassin's-Creed-like) befestigt ist. Auch gibt es neue, kleine Maschinen von Sokolov. Darunter eine Blitzmine, die Gegner zu Staub zerbrät und eine Narkosemine. Eine neue Art von Granate gibt es auch, die Gegner für einen kurzen Moment kampfunfähig machen kann. Vom Spielgeschehen her, gibt es also mannigfaltige Möglichkeiten, wie man den Gegnern den garaus oder das Leben schwer machen kann. Bis auf die Fleischer mit ihren walöl-betriebenen Sägen gibt es aber keine neuen Gegner. Auch hat bekommt man es in keiner Mission mit Tallboys oder Weinern zu tun.

Die Synchronisation ist wieder sehr gut gelungen. Hier und da passt der Text natürlich nicht ganz zu den Mundbewegungen, aber das ist zu verschmerzen. Die Stimmen sind passend zu den verschiedenen Charakteren und wirken authentisch. Was ist ein wenig vermisst habe, war das lebendige Herz, welches Corvo gegeben wurde. Mir fehlten ein wenig die Extrainformationen zu den Personen auf die man trifft und zu der Umgebung in der man sich befindet. Einen kleinen Teil davon übernimmt Dauds Schülerin Lurk, die manchmal auftaucht und ihren Senf zu gewissen Themen abgibt. Die kann einen schon mal ziemlich erschrecken, wenn sie sich plötzlich neben einem materialisiert! Und dabei hat sie so eine beruhigende, geheimnisvolle Stimme. Auch stellt sie das jeweilige Handeln von Daud in den Missionen in Frage und agiert entsprechend dem Verhalten des Spielers.

Leider haben sich die Entwickler ein ein paar grobe Schnitzer und Logikfehler geleistet. So kann man Gegner auch fokusieren, wie man es mit Corvos Objektiven in der Maske konnte. Wie Daud das allerdings ohne Maske macht, ist fragwürdig. Ein Glasauge vielleicht? Auch hat Lurk anscheinend Fähigkeiten, die ihr Lehrmeister nicht hat. Das macht im Endeffekt aber keinen Sinn, da Dauds Assassinen nur die selben Fähigkeiten haben können wie er selbst, da er sie mit ihnen teilen kann. 

Fazit.
'The Knife of Dunwall' ist in erster Linie ein würdiges DLC für 'Dishonored'. Allerdings ist mit zwei neuen Maps und einer recycleten die Ausbeute doch etwas dürftig, für die fast zehn Euro die man zahlt. Wer allerdings Fan des Spiels ist und Bock auf Missions-Futter hat, der sollte hier zugreifen. Die Story ist bis jetzt eher so lala und kommt mit dem nächsten, finalen DLC 'The Brigmore Witches' noch richtig in Fahrt. Das Gameplay ist aber wieder fantastisch, die Missionen interessant, spannend und fordernd und Daud eine gelungene Abwechslung zum kühnen, stummen Corvo Attano. Wer den Schleichweg geht, so wenig wie möglich töten will und alles Sammelbare einsacken will, der wird schon 6-7 Stunden Spielspaß haben. Wer meuchelt und rusched, der kann das DLC auch in gut 2-3 Stunden beenden. Ich war mit dem DLC ganz zufrieden, ob wohl ich doch etwas zu kurz fand. Aber es bleibt spannend!





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://dishonored.wikia.com/wiki/The_Knife_of_Dunwall
Bilder:  http://www.gamestar.de/spiele/dishonored-die-maske-des-zorns/news/dishonored,46378,3010271.html
             http://www.gamespot.com/dishonored-the-knife-of-dunwall/images/1798852/
           http://elder-geek.com/2013/04/dishonored-the-knife-of-dunwall-video-review/