Das Wunderbare an dieser Rubrik ist, dass man hier über Spiele schreiben kann, über die man gar nicht so viel verraten darf. Und es ist ein so wunderbares Spiel.
Wie man es von mir kennt, bin ich total aktuell was Beiträge über Spiele angeht. Und so ist es auch dieses Mal. Man kann ja auch nicht alles immer sofort spielen. Außer, wenn man genug Zeit hat und wer hat die denn schon.
"To The Moon" ist wohl DAS Erfolgsspiel vom Indie-Entwicklerstudio 'Freebird Games', von 2011. Es ist außerdem das erste kommerzielle Spiel von Kan Gao und seines unabhängigen Studios. Durchweg positives Kritiken, wo man nur hinschaut und Leute die in den höchsten Tönen von diesem Spiel reden. In Punkto Story und Gameplay soll es ja wirklich sehr gut sein. Das sagt sich ja immer so leicht. Den Hype um ein Spiel kann man erst richtig verstehen, wenn man es wirklich selbst gespielt und erlebt hat und genau deshalb, habe ich mich im Selbstversuch an diese Perle gewagt und zu sehen, was wirklich hinter all den O-Tönen steckt. Was einem zuerst auffällt, ist die spezielle Optik und Grafik des Spiels. "To The Moon" wurde mit dem 'RPG-Maker XP' erstellt und hat daher auch die gewohnte 16-bit Optik und Dialoge laufen in Textboxen ab. Spielerisch ist es ein Rollenspiel mit Adventure-Elementen. Es bewegt sich in den Genres Si-Fi, Visual Novel, Drama und Tragikkomödie und weiß diese Kombination auch sehr gut zu präsentieren.
Die Story spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft. Dr. Eva Rosalane und Dr. Neil Watts arbeiten für die Sigmund Corp., welche sehr spezielle Dienste anbietet. In dieser Zukunft wurde es durch Technologie möglich, in die Erinnerungen von anderen Personen einzudringen und diese auch zu verändern. Die Sigmund Corp. hat sich darauf spezialisiert, sterbenden Menschen ihren letzten Herzenswunsch zu erfüllen. Der Wunsch wird als Auslöser in eine frühe Erinnerung des Patienten gepflanzt und das Unterbewusstsein des Patienten formt dann automatisch die späteren Erinnerungen um, sodass er glaubt diese Erinnerung wirklich erlebt zu haben. Da das Herumpfuschen in Erinnerungen sehr gefährlich ist, wird es auch nur bei Menschen angewendet, die nicht mehr lange zu leben haben, sodass sie mit einem Lächeln sterben können.
Die Protagonisten Neil und Eva treffen also bei einem Patienten namens Johnny ein, der in einem herrschaftlichen Haus auf einer Klippe lebt. Er liegt im Sterben und die beiden werden von seiner Haushälterin Lily empfangen, der zuständige Arzt wohnt der Sitzung auch bei. Johnny ist nicht mehr ansprechbar und deshalb wird die Maschine aufgebaut und die beiden Wissenschaftlicher tauchen in die Gedankenwelt ihres Patienten ein. In einer nicht allzuweiten Erinnerung stellen sie sich dem alten Herrn vor und fragen ihn nach seinem Wunsch. Johnny will zum Mond. Allerdings kann er nicht sagen, wieso er das so gerne möchte. Da keine neue Erinnerung eingepflanzt werden kann, ohne den genauen Grund des Wunsches zu kennen, reisen Eva und Neil durch verschiedene Erinnerungen Johnnys um diesen Grund zu finden. Dabei stoßen sie auf Geheimnisse, Ungereimtheiten und merkwürdige Begebenheiten, wobei Johnnys verstorbene Frau River, ein Schnabeltier, eingelegte Oliven und Origamihasen eine wichtige Rolle spielen werden.
Vom der Idee her und von der Einleitung ist das Spiel schon mal ganz vorne mit dabei. Gerade weil "To The Moon" so minimalistisch wirkt, ist das was sich später entspinnt, umso eindrucksvoller und interessanter. Kan Gao hat einer Story geschrieben die ein gleichermaßen erstaunt, berührt, verstört und fasziniert. Eine Story die den Spieler bei der Hand nimmt und ihn vor allem ernst nimmt. Durch den geschickten Einsatz von Charakteren und Twists in der Story und allgegenwärtigen offenen Fragen wird der Spieler immer weiter in der Spielwelt gefangen und die Spannung wird immer aufrecht erhalten. Die Story ist dabei sehr vielschichtig, aber wird niemals unverständlich oder weist Logiklöcher auf. Man erfährt eigentlich nie mehr, als die beiden Wissenschaftler und wenn doch, dann erfährt man im nächsten Moment auch schon von ihren Theorien. Hier und dort gibt es aber noch Einzelheiten, die einfach nur angedeutet werden, damit sich der Spieler selber Gedanken machen kann.
Eigentlich könnte ich das Spiel noch viel mehr auseinandernehmen und noch einzelne Bereiche beleuchten, aber damit würde ich viel Spannung und Aha-Momente kaputt machen. Ich kann "To The Moon" allen empfehlen, die mal eine wirklich gut durchdachte Story erleben wollen, die einen über die ganzen 4-5 Stunden Spieldauer gut beschäftigt und einen dannach auch noch nachdenklich zurücklässt. Die Charaktere sind sympathisch und gegensätzlich, der Humor ein wenig zu aufdringlich und die Musik ein Fest der Sinne. Jeder der 16-Bit-Adventure mag, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Unterstützt dieses Spiel und die Entwickler, denn da wird noch viel mehr Grandioses auf uns zukommen!
Eigentlich könnte ich das Spiel noch viel mehr auseinandernehmen und noch einzelne Bereiche beleuchten, aber damit würde ich viel Spannung und Aha-Momente kaputt machen. Ich kann "To The Moon" allen empfehlen, die mal eine wirklich gut durchdachte Story erleben wollen, die einen über die ganzen 4-5 Stunden Spieldauer gut beschäftigt und einen dannach auch noch nachdenklich zurücklässt. Die Charaktere sind sympathisch und gegensätzlich, der Humor ein wenig zu aufdringlich und die Musik ein Fest der Sinne. Jeder der 16-Bit-Adventure mag, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Unterstützt dieses Spiel und die Entwickler, denn da wird noch viel mehr Grandioses auf uns zukommen!
Bis dahin - Tschödeldö









